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Irgendwer hat mal gesagt, Soul-Musik sei das Übermusikgenre. Denn nirgendwo sonst
sei das Private gleichzeitig so politisch wie hier. Nirgendwo sonst werde der
alltägliche Überlebenskampf und die Liebes- und Leidensfähigkeit der Protagonisten
zu einer Metaphysik wie hier. So gesehen macht Till-The-Morninglight auf jeden Fall
Soul-Musik.
Im Grunde genommen befinden sich auf Leave-your-Home 12 moderne
Lo-Fi-Folk-Pop-Songs, die einen entweder dazu auffordern zurück zu kommen
an einen Ort den es nicht mehr gibt, oder sich wenigstens diesen Ort endlich mal wieder
herbeizusehnen.
Dieser Ort kann das Schlafzimmer seiner Ex-Geliebten sein, eine Insel,
ein ewig wiederkehrender Traum oder eine verschwommene, wunderbare Halluzination.
Till-The-Morninglight braucht dafür nicht lange nach irgendwelchen Geschichten zu suchen.
Er erzählt einfach seine eigenen. Und weil er eine so ehrliche Haut ist, und er sie
so wundervoll erzählen kann, wie naturgemäß kein anderer, verlässt man gerne für diese
35 Minuten Musik die eigene Dachstube und träumt davon, wie es denn vielleicht gewesen wäre,
wenn man damals eben nicht rechts, sondern an jenem Abend vielleicht mit ihr links abgebogen
wäre, oder dieser eine Drink, oder dieser eine Brief. Oder ein ganz bestimmter MySpace-Freund.
Schicksalsmelodien: Till-The-Morninglight kennt sich gut aus im Reich der folky-Fantasten:
Tim Hardin, I AM Kloot, John Cale aber eben auch Soul: Motown, Stax oder Pop:
The Small Faces, The Beatles oder Blur. Aber hören tut man niemand anderen direkt heraus.
Till-The-Morninglight ist bei Leibe kein Epigone.
Er führt sein eigenes Leben in Berlin, wo er tagsüber in einem hippen Berlin-Mitte-Restaurant
als Koch arbeitet.
Zuhause in Kreuzberg stehen Computer in der Küche, Basilikum und Rosmarin auf dem Balkon und die
Akustikgitarre im Schlafzimmer. Und den Archetypen, die in seinen Songs auftauchen, begegnet er
nachts meist auf dem Weg zum Spätkauf um die Ecke.
Den Blick dafür hat er sich wie alle guten Singer/Songwriter vor, nach und neben ihm erhalten.
Das ist Sinnlichkeit.
Und so ist Till-The-Morninglight ein kleiner, feiner Held geblieben für genau die Menschen, die jeden Cent
eigentlich zweimal umdrehen müssten und nur weil schon wieder Freunde zu Besuch kommen
doch wieder alles Geld auf einmal für gutes Essen, Wein und Schnapps ausgeben.
Großzügig. Offenherzig. Ein Lebensgefühl.
Namen die als Gäste in Erscheinung treten:
Ramin Bijan - Berliner Musiker und Produzent (Die Türen, the Say Highs etc.)
Julia Wilton - Sängerin (Pop Tarts, Das Bierbeben)
Herr Spin (Musiker, NEU! auch bei Die Türen)
Rob Reliant (Musiker bei The Say Highs)
Sabina Herzog (Cellistin)
"Leave your home" von TILL THE MORNINGLIGHT erscheint am 17.08.2007 auf staatsakt.
und wird von Indigo, Hausmusik und Finetunes vertrieben. Auf verschiedenen Wegen. |
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